Ziele setzen - SMART-VVV

BEITRAINING BLOG

Ziele setzen mit der SMART+VVV-Formel

Ziele setzen ist ein mächtiges Instrument der Eigenmotivation. Ziele sind wie Leuchttürme, die uns in den Stürmen des Lebens Orientierung geben. Sie helfen uns, auf Kurs zu bleiben und den Fokus zu behalten. Ist das Ziel auch noch fern, so können wir es in Zwischenziele herunterbrechen. Diese kleinen Zwischenetappen lassen sich leichter bewältigen und dennoch haben wir auf der gesamten Wegstrecke das große Ziel fest vor Augen. 

Damit Zielsetzung gut funktioniert, ist ein gewisses Maß an Selbstreflexion Grundvoraussetzung. Wer noch wenig Übung mit dem Ziele setzen hat, dem helfen einfach zu erlernende Methoden und strukturierte Leitfäden wie die SMART-VVV-Formel.

Ziele setzen: Was bringt mir das?

Wenn wir messbare Ziele vor Augen haben, profitieren wir vielfältig:

  • Wir sind in der Lage, die nötige Motivation aufzubringen, um positive Veränderungen in unserem Leben zu bewirken.
  • Ziele bieten uns eine klare Orientierung, so dass wir weniger Energie und Zeit mit unnützen Tätigkeiten verschwenden. Wir übernehmen aktiv die Gestaltung unseres Lebens.
  • Wir erhalten die Möglichkeit festzustellen, ob wir unser Ziel erreicht haben. Das gibt uns ein Gefühl für unsere Fortschritte und stärkt unser Selbstbewusstsein.

Ziele setzen löst einen Kreislauf der persönlichen Entwicklung aus

Durch gute Zielsetzung bringen wir einen Kreislauf in Gang, der uns in unserer persönlichen Entwicklung immer weiter voranbringt.

Ziele setzen - Erfolgskreislauf
Ziele setzen – Erfolgskreislauf

Wenn ein verborgener Wunsch zu einem greifbaren Ziel wird, wachsen zunächst unsere Motivation und unser Wille, dieses Ziel auch zu erreichen.

Dies wiederum veranlasst uns zum zielgerichteten Handeln. Unsere Konzentration richtet sich auf das Ziel und wir bleiben am Ball. Sind wir erst einmal auf dem Weg, können wir auch immer wieder kontrollieren, ob wir noch auf Kurs sind und wie weit wir uns dem Ziel schon genähert haben.

Damit erkennen wir auch sofort, wenn wir das Ziel erreicht haben. Das Erreichen des Ziels bestärkt uns und wir gewinnen an Selbstbewusstsein.

Ist der Kreislauf einmal erfolgreich abgeschlossen, erwachsen in uns neue Ziele und auch neue Motivation. Einmal in Gang gesetzt, läuft der Kreislauf daher fast automatisch immer wieder ab.

Ziele setzen umfasst viele Lebensbereiche

Zielsetzungen können alle Lebensbereiche umfassen. Hier einige Beispiele:

  • Lebensziele und Visionen: Komplexe Ziele, die sich meist auf einen ganzen Lebensabschnitt beziehen. Manchmal rühren Visionen noch von der Kindheit her und begleiten Menschen jahrelang.
  • Projektziele: Sie können beruflich und privat getroffen werden, sehr groß oder auch klein sein. Gemeinsam ist allen Projekten, dass ein Ziel definiert ist, Zeit und Budget limitiert sind, es sich um keine Routineaufgabe handelt. Der Bau eines Eigenheims ist zum Beispiel ein großes, privates Projektziel, das Umräumen des Kellers ein kleines.   
  • Kompetenzziele: Jegliche Art der Kompetenzentwicklung kann mit einer Zielsetzung verknüpft sein. Der Aufbau von fachlichen Kompetenzen, IT-Kenntnissen, Sprachkenntnissen, technischen Kenntnissen, aber auch von sozialen, methodischen und persönlichen Kompetenzen.
  • Gesundheitliche, sportliche Ziele
  • Partnerschaftliche und familiäre Ziele
  • Karriereziele: Beförderungen, Positionen
  • Finanzielle Ziele

Ziele setzen nach der SMART-Formel

Die SMART-Methode ist eine Orientierungshilfe für die Formulierung von Zielen. Sie wurde 1981 erstmals in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung des US-amerikanischen Unternehmensberaters George Doran beschrieben. Dorans Ursprungsversion wurde im Laufe der Zeit mehrfach in Details verändert und erweitert.

SMART, das englische Wort für schlau, ist dabei ein Akronym, also eine Merkhilfe anhand der fünf Buchstaben des Wortes. In der deutschsprachigen Version haben sich folgende Kriterien etabliert:

S wie Spezifisch

M wie Messbar

A wie Attraktiv

R wie Realistisch

T wie Terminiert

Die erweiterte SMART-Formel: SMART+VVV

Um weitere wichtige Aspekte abzudecken, haben wir die SMART-Formel um drei Aspekte erweitert, die 3 Vs. Als Eselsbrücke können Sie sich die drei Vs als drei Häkchen vorstellen, die wir der SMART-Formel hinzufügen. Die drei Vs stehen für:

V wie Vereinbar oder Verträglich

V wie Visualisiert

und

V wie Verbindlich und Verschriftlicht

Ziele setzen - SMART-VVV
Ziele setzen – SMART-VVV

Im Folgenden stellen wir Ihnen alle 8 Kriterien im Detail vor und haben zu jedem Kriterium noch einen Extra-Tipp für Sie hinzugefügt:

S wie Spezifisch

Gute Ziele sind klar und konkret formuliert. Es darf keine Unklarheiten geben, was genau erreicht werden soll. Damit sind Vergleiche („ich möchte besser sein als der Kollege“ oder „ich möchte effektiver werden“) ungeeignet.

Achten Sie auch auf eine positive Formulierung. „Ich möchte nicht mehr am Heiligabend noch herumrennen und die Weihnachtsgeschenke besorgen“ ist eine negative Formulierung.

„Beschreiben Sie daher den Soll-Zustand am besten in einem Satz, der alles auf den Punkt bringt.

Zum Beispiel: „Ich werde bis spätestens 23. Dezember alle meine Weihnachtsgeschenke gekauft und verpackt haben.“

Diese konkrete Formulierung unterscheidet Ziele von Wünschen.

Extra-Tipp: Wünsche äußern oder Ziele setzen – was ist der Unterschied?

Wünsche äußern wir in der Hoffnung, dass sie in Erfüllung gehen. Wir selbst brauchen nichts weiter tun, denn andere sind dazu da, uns einen Wunsch zu erfüllen: Der Nikolaus, der Weihnachtsmann, das Christkind, die gute Fee oder Fortuna. Oft haben wir auch Wünsche an andere Menschen, die uns diese am besten von den Augen ablesen und dann erfüllen sollen.

Wünsche werden leicht einmal spontan geäußert, ohne dass wir uns große Gedanken darum machen, was mit dem Wunsch alles verknüpft sein könnte und welche Konsequenzen entstehen könnten.

In jedem Fall nehmen wir beim Wünschen einen passiven Part ein. Ein Ziel hingegen ist mit eigenen Aktivitäten und einem Plan verbunden. Wir sind aktiv als Gestalter, Planer und Umsetzer. Ein Ziel besitzt dadurch eine ganz andere Verbindlichkeit als ein Wunsch.

M  wie Messbar

Hinter diesem Kriterium steckt die Frage: Wie stelle ich fest, dass ich das Ziel erreicht habe?

Einfach ist dies bei den quantitativen Zielen, auch harte Ziele genannt. Dahinter verbergen sich Zahlen: Umsatzziele, Gewinnziele, Budgeterreichung, Kosteneinsparungen, Quoten, 10 Kilo abnehmen, 10.000 Meter unter 2 Stunden laufen, etc. 

Bei den qualitativen oder weichen Zielen ist es schwieriger, passende Kenngrößen zu finden.

Extra-Tipp: Wie werden weiche Ziele messbar?

In den meisten Fällen lassen sich mit etwas Kreativität Ersatzlösungen für die Messung qualitativer Ziele finden: Eine Verbesserung der Kundenzufriedenheit zum Beispiel ist zunächst ein weiches Ziel. Doch hinter der Kundenzufriedenheit verbergen sich andere Kenngrößen, die wiederum messbar sind. Ein Ziel könnte zum Beispiel lauten, dass eine Kundenanfrage innerhalb von 48 Stunden bearbeitet werden muss. Messbar sind auch die Wiederkaufquote oder die Zahl der Empfehlungen als mögliche Folge einer hohen Kundenzufriedenheit. Die Kundenzufriedenheit kann auch durch Daten aus Kundenbefragungen quantifiziert werden. Es gibt also viele Ersatzgrößen, um die Kundenzufriedenheit messbar zu machen.

A  wie Attraktiv

Ein Ziel ist für eine Person nur dann attraktiv, wenn sie sich vollständig mit ihm identifizieren kann. Stellen Sie sich also folgende Fragen:

  • Warum genau möchte ich das Ziel erreichen?
  • Warum ist es mir wichtig?
  • Wie hat sich dieses Ziel bei mir gebildet?
  • Welche persönlichen Werte werden bei mir durch das Ziel angesprochen?

Es geht darum, das grundlegende Motiv, das sich hinter dem Ziel versteckt, zu erkennen. Eine Person, die zum Beispiel eine Beförderung als Ziel definiert, kann damit mehrere Ziele verfolgen: Es kann ihr um die Anerkennung gehen, die die Position mit sich bringt, oder um ein höheres Gehalt, das aus privaten Gründen angestrebt wird oder um größere Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume im Unternehmen. Auch wenn es oft eine Kombination verschiedener Motive ist, ist es wichtig zu verstehen, was die Person als wichtigstes Ziel hinter dem Ziel einer Beförderung sieht.

Extra-Tipp: Ist das Ziel wirklich das eigene Ziel?

Fremdbestimmte Ziele wirken langfristig nicht motivierend. Erkennbar sind fremdbestimmte Formulierungen durch Aussagen wie „ich muss…“, „man erwartet von mir, dass …“ oder „ich sollte eigentlich…“.

Im Businessbereich sind fremdbestimmte Ziele keine Seltenheit. Gerade in Jahresgesprächen werden Umsatzziele oder bestimmte Ergebnisse von oben vorgegeben und dann auf die Mitarbeitenden verteilt. Den Mitarbeitenden werden dann Ziele übergestülpt und es bleibt ihnen meist gar nichts anderes übrig, als sie zu akzeptieren. Doch attraktiv ist das nicht und oft sind eine Gleichgültigkeit gegenüber den definierten Zielen oder Widerstände die Folge. Es ist daher wichtig, Ziele zu finden, die die MitarbeiterInnen sich selbst stecken, bzw. die als gemeinsame Vereinbarung getroffen werden. 

R wie Realistisch 

Ziele können visionär, hochgesteckt und langfristig ausgerichtet sein. Dennoch sollten sie realistisch bleiben. Ein Beispiel: Sie sind weiblich, 19 Jahre jung, wohnen in Berlin und möchten unbedingt Nürnberger Christkind werden. Das ist nicht realistisch, denn laut Kulturamt der Stadt Nürnberg sollte das Nürnberger Christkind, „möglichst in Nürnberg geboren sein, in jedem Fall aber schon längere Zeit dort wohnen, das 16. Lebensjahr vollendet haben und nicht älter als 19 Jahre alt sein“. Sorry, dieses Ziel ist nicht realistisch. Eine Zielsetzung sollte also eine Herausforderung darstellen, aber machbar bleiben.

Extra-Tipp: Ist das Ziel aus eigenen Kräften erreichbar?

Ziele, die die Person nicht selbstständig und aus eigenen Kräften erreichen kann, sind problematisch. Daher ist bei Unternehmens- oder Teamzielen, bei denen Einzelne keinen direkten Zusammenhang zwischen ihrem persönlichen Beitrag und der Zielerreichung erkennen können, eine Konkretisierung und Anpassung des Gesamtziels auf die einzelne Position gefragt. Wird eine Umsatzsteigerung um einen bestimmten Prozentsatz angestrebt, fragt sich der Mitarbeitende in der Personalabteilung natürlich, wie sein Beitrag dazu aussehen könnte. Dann ist für die Personalabteilung zu definieren, dass mit der Umsatzsteigerung auch eigene Ziele verbunden sind: Zum Beispiel die erfolgreiche Einstellung und Eingliederung zusätzlicher KollegInnen im Vertrieb. 

T wie Terminiert

Jedes Ziel braucht eine zeitliche Gliederung. Dabei ist verbindlich festzulegen:

  • Der Startpunkt
  • Die Zwischenschritte
  • Die Deadline, bis zu der das Ziel erreicht werden soll

Gerade bei der zeitlichen Komponente sind Selbsterkenntnis und ein gutes Augenmaß gefragt. Sind die Zwischenschritte zu groß, erscheinen sie uns also unerreichbar, schlägt die Motivation leicht in Frust um. Die Definition wohlproportionierter Zwischenziele hilft uns daher, auch große Ziele leichter erreichen zu können. Den Weg der kleinen Schritte beschreibt folgendes Zitat des indischen Politikers, Philosophen und Yogis Aurobindo Ghose:

Wenn dein Ziel groß ist und deine Mittel klein, handle trotzdem. Durch dein Handeln allein werden auch deine Mittel wachsen.“

Aurobindo Ghose

Extra-Tipp: Wählen Sie die Zwischenstufen mit Augenmaß

Jetzt ist eine gute Selbsteinschätzung gefragt: Wie sollten Zwischenstufen bei Ihnen aussehen, damit Sie motivierend auf Sie wirken. Folgende Grafik macht deutlich, dass die Höhe der Stufen bestimmt, ob wir uns auf den Weg machen oder schon im Vorfeld aufgeben. 

Ziele setzen - Leiter
Ziele setzen – Leiter

3 Vs, die die SMART-Formel vervollständigen

V  wie vereinbar oder verträglich

Dahinter stecken folgende Fragen:

  • Ist das Ziel verträglich mit meinen persönlichen Werten?
  • Ist es vereinbar mit meinen Zielen in anderen Lebensbereichen?
  • Wenn ich dieses Ziel erreiche, wie wird sich das auf meine Partnerschaft/Familie/Freunde/etc. auswirken?
  • Auf was muss ich gegebenenfalls verzichten, um das Ziel zu erreichen?

Extra-Tipp: Ziele setzen bedeutet Verzicht

Menschen, die sich klare Ziele setzen, fällt es leichter, auf Dinge zu verzichten, die diesem Ziel im Wege stehen. Doch machen Sie sich im Vorfeld bewusst, worauf Sie verzichten und fragen Sie sich ehrlich: Bin ich bereit, diesen „Preis“ zu bezahlen?

V wie Visualisiert

Um große Ziele zu erreichen, ist es wichtig, sich das Ziel immer wieder bildlich vorzustellen und sich probeweise in den Zustand einzufühlen, der am Ende des Weges steht. Stellen Sie sich die Bilder, Gedanken und Emotionen vor, die in Ihnen auftauchen. Wie werden Sie sich fühlen, wenn Sie das Ziel erreicht haben? Wer wird noch auf Sie stolz sein und sich mit Ihnen freuen? Denken Sie an Ihre emotionale Belohnung, um motiviert zu bleiben.

Extra-Tipp: Die Kraft der Imagination

Nutzen Sie eine kleine Morgenmeditation und eine kleine Abendmeditation für die Visualisierung Ihres Ziels. Zwei bis fünf Minuten reichen dazu völlig aus. Rufen Sie die positiven Bilder immer wieder in sich wach. Sie werden merken, wieviel Energie dabei in Ihnen geweckt wird.

V wie Verbindlich und verschriftlicht

Formulieren Sie also Ihre Ziele immer schriftlich. Schreiben Sie Ihre Ziele auf, denn erst damit bekommen sie etwas Fassbares, Verbindliches. Er fällt uns leichter, die volle Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen, wenn wir etwa schwarz auf weiß vor uns sehen. Dabei ist die mentale Arbeit, die geleistet wird, um ihre Ziele zu Papier zu bringen, ein besonders wertvoller Prozess.

Extra-Tipp: Was aufgeschrieben ist, hat mehr Gewicht

Machen Sie das Aufschreiben von Zielen zu einer kleinen, feierlichen Zeremonie. Sie schließen einen Vertrag mit sich selbst und können das auch feiern. Gestalten Sie das Schriftstück liebevoll und bewahren Sie es an einem besonderen Ort auf.

Ziele setzen: Wir begleiten Sie bei Ihrer persönlichen Weiterentwicklung

Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, wie Sie sich Ziele setzen und Ihr Leben pro-aktiver gestalten können, besuchen Sie unser Training Zielsetzung und persönliche Erfolgsplanung (APS).

Gerne begleiten wir Sie bei der Definition Ihrer Ziele auch durch Einzel-Coaching.

Wir freuen uns auf Ihren Kontakt!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Jahresgespräche führen

Gezielte Kompetenzentwicklung und Kompetenzraster

Mitarbeitergespräche erfolgreich führen

Verantwortungsbewusstsein stärken

Persönliche Energiebilanz in 5 Schritten

Ein gesundes Selbstbewusstsein stärken

Dieser Artikel hat Ihnen gefallen? Dann abonnieren Sie gleich den kostenlosen, monatlichen BEITRAINING Newsletter, um regelmäßig Tipps und Anregungen für Unternehmer und Führungskräfte zu erhalten.